Schlafdiagnostik

Zur Diagnostik von Schlafstörungen im weitesten Sinne gehört zunächst die ausführliche Anamnese. Bei diesem Gespräch versuchen wir, mögliche Ursachen einzugrenzen, um die weiteren Schritte zu planen. Oft sind auch technische Untersuchungen sinnvoll. Diese werden im folgenden dargestellt. 

Wenn der Atem aussetzt - das Schlafapnoe-Syndrom

Eine der häufigsten Ursachen nicht erholsamen Schlafes mit einer am Tage resultierenden Müdigkeit ist das sogenannte Schlafapnoe-Syndrom. Hierbei kommt es während der Nacht zu vermehrten Atemaussetzern.

In der Folge wird die Lunge nicht mehr ausreichend belüftet und weniger Sauerstoff im Blut aufgenommen. Dadurch sinkt auch der Sauerstoffgehalt des Blutes. Zum einen finden sich hier in der Polygraphie dann verminderte Atembewegungen, die entsprechend mit Brust- und Bauchgurt aufgezeichnet werden und parallel dazu abfallende Sauerstoffwerte.

Wenn dies während der Nacht vermehrt auftritt, besteht der Verdacht auf ein sogenanntes Schlafapnoe-Syndrom. Nächster diagnostischer Schritt wäre dann eine Nacht im Schlaflabor zur sogenannten Polysomnographie, wo neben den vorgenannten Werten noch weitere Aufzeichnungen während der Nacht erfolgen. In der Regel wird das Polygraphiegerät am Tag der Erstvorstellung in der Praxis mitgenommen und am Folgetag wieder abgegeben. Meistens ist eine sofortige Besprechung der Ergebnisse möglich.

Polygraphie

Im Mittelpunkt der Diagnostik steht zunächst die sogenannte Polygraphie. Hierzu wird der Patient mit einem Gerät von uns versorgt, welches er während des Nachtschlafes trägt. Dazu bringt er abends selbstständig einen Gurt um Brust und Bauch an, setzt einen Clip auf den Finger und postiert einen Sensor unterhalb der Nase. Mit  diesem wird der Atemfluss an der Nase gemessen.

Die Gurte um Brust und Bauch zeichnen die Atembewegungen sowie die Körperlage auf. Mit dem Clip auf dem Finger wird parallel der Sauerstoffgehalt des Blutes aufgezeichnet.

Wenn das Gerät abgeholt wird, werden Sie in der Handhabung von einer Mitarbeiterin eingewiesen.

Am folgenden Tag wird das Ergebnis mit dem behandelnden Art besprochen und weitere Schritte geplant.

Polysomnographie:

Während einer Messnacht im Schlaflabor können verschiedenste Signale des Körpers erfasst werden. Dazu gehört das EEG (Elektroenzephalogramm/Hirnstrommessung),  anhand dessen differenzierte Aussagen über die Schlafstadien getroffen und Rückschlüsse auf die Schlafqualität gezogen werden. Auch die Atmung kann genau untersucht werden, um so Schlafatemstörungen wie das Schlafapnoe-Syndrom zu erfassen. Daneben werden Bewegungen der Beine erfasst, um diese bei Verdacht auf ein Restless leg Syndrom zu bewerten.

Alle Daten werden am folgenden Morgen ausgewertet und erlauben so eine Beurteilung der Schlafqualität, der Atmung und hier insbesondere möglicher Atemaussetzer (Apnoe) sowie möglicher auffälliger Bewegungen der Beine.

Mit Hilfe dieser Informationen können oft Ursachen von Schlafstörungen gefunden und entsprechende Therapiemaßnahmen ergriffen werden. 

MWT/ Wachheitstest

Müdigkeit am Tage, z.B. im Rahmen einer schlafbezogenen Atemstörung wie dem Schlafapnoesyndrom, ist schwer messbar. Insbesondere bei Menschen, die am Tage besonderen Anforderungen ausgesetzt sind,  z.B. beim Führen einer schweren Maschine oder in der Tätigkeit als LKW-Fahrer, ist es wichtig, die Arbeitsfähigkeit zu beurteilen. Nach einer normalen Schlaflabormessung während der Nacht wird diese am folgenden Morgen fortgesetzt und der Patient muss versuchen, in einem abgedunkelten Raum wach zu bleiben. Schläft der Patient während dieser Phasen ein, kann dies ein Hinweis auf eine unzureichende Leistungsfähigkeit am Tage sein.